Thematik Seeadler und Bleimunition



Artikel auf der Demminer Seite des Nordkurier vom 28.Januar 2018
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Lesermeinungen zum unten stehenden Artikel (Mladek) vom 19.1.18
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Artikel vom 13.Januar 2018 und Leserbrief dazu (19.1.


der o.g.Beitrag von Herrn Mladek "Von nutzlosen Vögeln, die einfach nicht verschwinden wollen" ist so ziemlich das Grauenvollste, was ich bisher im "Nordkurier" in Sachen Natur- und Naturschutzfeindlichkeit erleben mußte.
Herr Mladek wollte wahrscheinlich mit einem ihm eigenen "Humor" seine Klientel bedienen, aber beim besten Willen: ich las nur Zynismus, emphatielose Ironie und Falschbehauptungen heraus - keine Spur von Humor, sondern man wurde einfach nur traurig, was Journalisten so zusammenbasteln können (wenn Ihnen der Stoff ausgegangen ist).
Herr Mladek behauptet bspw., dass Fledermäuse immer mehr werden. Was für ein Unfug! Da sollte der Autor sich einfach mal kundig machen, wie es sich für gute Journalisten gehört.
Die "Stunde der Wintervögel" über die sich der Verf. so lustig macht (übrigens im ganzen Beitrag mit einer unterirdischen, eben zynischen, Wortwahl) hat nicht die Absicht, tiefschürfende Bestandserfassungs-Ergebnisse zu erlangen, sondern einfach das Ziel,
dass sich Menschen, vor allem Kinder, mit Beobachtungen am Futterhaus und im Garten, zumindest auch einmal ein wenig mit der umgebenden Natur beschäftigen, denn wie viele Kinder oder auch Erwachsene können oft nicht eine Kohlmeise vom Sperling unterscheiden…
Vielleicht beschäftigt sich Vogelhasser Mladek auch mal mit Vogelarten,denen es wahrlich nicht gut geht, von der Feldlerche zum Rebhuhn, vom Kiebitz bis zum Wiesenpieper und, und, und…
Und seine letzten Zeilen des letzten Abschnitts: da fällt mir nichts zu ein - wie schon gesagt: unterirdisch - eben das Letzte.

Erich Hoyer, Pensin
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Leserbrief vom 1.11.2017
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Fotoausstellung und Vortrag im "Kulturkonsum" Loitz
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Avifauna des NSG "Galenbecker See" in den letzten 50 Jahren - ein Vergleich ©Erich Hoyer


Das bedeutende Naturschutzgebiet "Galenbecker See" im äußersten Nordosten des Kreises Mecklenburg-Strelitz , vor nunmehr 70 Jahren als Reservat sichergestellt, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Einer der wichtigen und positiven Meilensteine dieser Geschichte ist die Verwirklichung des EU-LIFE-Projektes "Naturraumsanierung Galenbecker See", dessen Zielstellung es war und ist, durch den Rückhalt von Wasser im Projektgebiet den Wasserhaushalt dauerhaft zu stabilisieren, den ökologischen Zustand des Galenbecker Sees zu verbessern und die Lebensraumbeschaffenheit für die Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten und zu verbessern. Nachdem 2001 die Antragstellung bei der Europäischen Kommission erfolgte, 2004 der Planfeststellungsbeschluß über die Bühne ging, erfolgte 2005 der erste Spatenstich und schließlich am 01.10.2007 die feierliche Übergabe des Projektes.
Seitdem hat sich hinsichtlich der Biodiversität im Naturschutzgebiet einiges getan und die neuen Überflutungsflächen im Südteil des Gebietes sind Anziehungspunkt für eine reichhaltige Vogelwelt geworden. Neue Brutvogelarten sind dazugekommen und andere Arten erreichen nie gekannte Bestandszahlen. Ich hatte im Jahr 2008 glückliche Momente, als ich auf den überstauten Flächen seltene Vogelarten erleben durfte, vom Schwarzhalstaucher bis hin zu Weißflügel- und Weißbartseeschwalben oder als ich im Herbst vom Galenbecker Beobachtungsstand nach vielen Jahren des Niedergangs der biologischen Vielfalt auf einen See schauen konnte, dessen Unterwasserflora bis an die Oberfläche trat und der voll war mit den verschiedensten Wasservögeln.
Über den Galenbecker See ist schon viel geschrieben worden und daher will ich mir hier für diesen avifaunistischen Überblick einen allgemeinen Teil sparen und den interessierten Leser bitten, auf die im Literaturverzeichnis angeführte Literatur zurückzugreifen. Auch wenn hier lediglich der avifaunistische Aspekt erfasst wird, soll angemerkt werden, dass das Reservat auch schon immer eine überragende Bedeutung in floristischer Hinsicht hatte und noch hat und auch die Artenausstattung anderer Tiergruppen, bspw. der Herpeten, beachtlich ist.
Doch besonders wegen der großen Zahl durchziehender Wasservögel wurde der Galenbecker See in Naturschutzkreisen bekannt. Die Bedeutung des Sees als Rast- und Durchzugsgewässer war bis vor dem Life-Projekt, zumindest in den letzten zwei Jahrzehnten ungleich größer als der Wert als Brutgebiet. Das hat sich in mancher Hinsicht geändert.
Seit einer zusammenfassenden Darstellung der Avifauna des Galenbecker Sees von BRAASCH im Jahre 1961 hat sich die Zusammensetzung des Brutvogelspektrums und die Quantität der einzelnen Arten wesentlich verändert. Durch HOYER (1983) wurden vor fast 30 Jahren diese Veränderungen aufgezeigt und auch auf die Gründe für die ökologischen Veränderungen hingewiesen, was BOHNSACK (1984) in der "Ornithologischen Schriftenschau" veranlasste, vom "administrativen Glanz und dem tatsächlichen Elend eines Naturschutzgebietes im real existierenden Sozialismus" zu sprechen.
Und so war es allerhöchste Zeit durch geeignete Mittel, wie es das LIFE-Projekt ist, Maßnahmen zur Rettung dieses Moorsees und seines Umlandes zu treffen und es ist zu hoffen, dass dieser Weg weitergeführt wird. Freilich sollte das LIFE-Projekt auch zukünftig mit Leben erfüllt werden und insbesondere die Regelung des Wasserhaushaltes nach Naturschutzgesichtspunkten erfolgen, da sonst ein dauerhafter Erfolg in Frage gestellt sein wird.
Die Bilanz der Entwicklung der Avifauna ist als Folge der Erweiterung des Reservates und der Realisierung des Life-Projektes so schlecht nicht:
Die Liste der im NSG und dessen unmittelbarer Umgebung nachgewiesenen Vögel weist heute (im Jahr 2009) 217 Arten aus, davon sind 122 Arten sicher oder sehr wahrscheinlich Brutvögel. Neun Brutvogelarten wurden noch im Jahr 1961 von BRAASCH erwähnt und sind seitdem verschwunden. Bereits vor 1961 sind als ehemalige Vögel des Galenbecker Sees und der Friedländer Großen Wiese (FGW) Birkhuhn, Großtrappe, Blauracke und Seggenrohrsänger ausgerottet worden.
Seit der Zusammenstellung von BRAASCH sind etwa 25 Brutvogelarten neu am Galenbecker See und dessen unmittelbarer Umgebung nachgewiesen worden, wobei bspw. Kolkrabe, Beutelmeise, Bartmeise, Karmingimpel, Weißflügelseeschwalbe, Weißbartseeschwalbe und Schwarzkehlchen echte Neuzugänge sind. Arten, die teilweise ihr Gesamtareal vergrößerten, auf Klimaveränderungen reagieren oder auch anderenorts eine positive Bestandsentwicklung zeigen.
Nach der (freilich teilweise subjektiven) aber aus 40jähriger Beobachtungstätigkeit im Gebiet resultierender Einschätzung des Autors sind 49 Vogelarten der Liste im Bestand zunehmend, bei 133 Arten ist ein gleichbleibender Bestand zu konstatieren beziehungsweise die Verhältnisse sind schwer einzuschätzen und bei 43 Arten ist eine negative Bestandsentwicklung vorhanden, sie fehlen als Brutvögel in manchen Jahren oder sind im Bestand bedroht.
Die nachfolgende Liste soll einen groben Überblick über die Vogelarten des Galenbecker Sees geben und teilweise auch einen Vergleich zu den Verhältnissen von 1961, über 1981, bis heute (2009) zulassen. Eindeutig "exotische" Arten, die sich am Galenbecker See einstellten, wie Marabu, Flamingos oder Halsbandsittiche, wurden weggelassen. Über die Meldung weiterer Arten würde sich der Verfasser freuen.







Liste der Vogelarten des NSG "Galenbecker See": in der Zeitschrift LABUS nachzulesen

Abkürzungen: NB= Nichtbrüter; EB= Einzelbeobachtungen; RV= Rastvogel; hRV= häufiger Rastvogel; BV=Brutvogel; hBV= häufiger Brutvogel; sBV= seltener Brutvogel; sM= singendes Männchen; DZ= Durchzügler; WG= Wintergast; rWG= regelmäßiger Wintergast; ÜF= Überflutungsfläche; FGW= Friedländer Große Wiese






Literatur zur Avifauna des NSG "Galenbecker See":

Berthold, P und R. Barth (1992): Eine neue ornithologische Untersuchungsstation am Galenbecker See. Falke, 39, Heft 6, S. 194 - 196.
Braasch, D. (1961): Die Vogelwelt der Naturschutzgebiete "Galenbecker See und Friedländer Große Wiese" und "Putzarar See". Naturschutzarb. in Mecklenb. 4, 88 - 107.
Eichstädt, W. und H. (2009): Erste avifaunistische Beobachtungen nach der Flutung der Vernässungsflächen am Galenbecker See (Jahre 2007 und 2008). Broschüre "70 Jahre Naturschutzgebiet Galenbecker See " des StAUN Ueckermünde, S.53 - 58.
Hoyer, E. (1980): Naturschutzgebiete als Lebensräume für Wasservögel im Bezirk Neubrandenburg. Naturkdl. Rundbrief Bez. Nbg. H. 3, 23.
Hoyer, E. (1983): Zur Entwicklung der Brutvogelfauna des NSG "Galenbecker See". Falke, H. 1: 10 - 16; H. 2: 54 - 57; H.3: 94 - 101.
Hoyer, E. (1992): Das Naturschutzgebiet Galenbecker See - ein international bedeutsames Feuchtgebiet. Falke, 39, Heft 6, S.186 - 193.
Hoyer, E. (1993): Naturführer Landschaftsschutzgebiet Brohmer Berge mit dem Naturschutzgebiet "Galenbecker See" und der "Friedländer Großen Wiese". Broschüre im Verlag Erich Hoyer, Galenbeck, 108 Seiten.
Lange, M. und F. Erdmann (2009): Die Kartierung der Brutvögel am Galenbecker See 2008. Broschüre "70 Jahre Naturschutzgebiet Galenbecker See" des StAUN Ueckermünde, S. 20 -26.
Stegemann, K.-D. (1970): Nachweise des Rotfußfalken in der Friedländer Großen Wiese. Falke, 17, 66.
Stegemann, K.-D. (1979): Zum Durchzug der Sumpf- und Wasservögel im Naturschutzgebiet "Galenbecker See" von 1973 - 1977. Ornith. Rundbr. Meckl. H.21, 2 - 28.
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Leserbrief Nordkurier 24.03.2017
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Nordkurier April 2017
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